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  • 03/03/2020 - Thomas Brändle 0 Kommentare
    Frühlingsgefühle

    Die ersten Sonnenstrahlen und milde Temperaturen locken wieder Gäste auf die Gartenterrasse der Café-Bäckerei Hüglin. Auch Koni Bärtschi lässt sich das gerne gefallen und macht es sich an einem der Tischchen gemütlich, bestellt ein Panaché und eine Brezel mit Rohschinken. Mit geschlossenen Augen und hinter dem Kopf verschränkten Armen geniesst er den anbrechenden Frühling, als ihn plötzlich heftiges Gezeter aus dem Halbschlaf holt. Einige Meter vor ihm scheinen sich ein paar ältere Herren in die Wolle zu kriegen. Bärtschi hat zunächst keine Ahnung, um was es geht.

    „Ich war zuerst da!“, brüllt einer der Senioren.

    „Das war schon letztes Jahr mein Stammplatz, du alter Lüstling!“, kontert ein anderer.

    „Selber Lüstling!“, kommt’s wie ein Bumerang zurück.

    „Das ist jedenfalls mein Stuhl für den ganzen Sommer“, stellt ein weiterer Rentner unmissverständlich klar. 

    Bärtschi schaut sich um. Es hat mehr als genügend Sitzplätze. Er versteht das gehässige Geklöne nicht.

    „Meine Herren, was ist denn los? Es hat doch Platz für alle“, versucht Bärtschi schlichtend zu intervenieren.

    „Ja, aber die besten Plätze sind beschränkt“, schmettert ihm einer Herren entgegen.

    „Beste Plätze? Wofür denn?“

    „Die jungen Frauen tragen wieder Miniröcke. Und wenn sie dort drüben beim Busticketautomaten in die Knie müssen, hat man hier die beste Sicht.“


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  • 03/03/2020 - Thomas Brändle 0 Kommentare
    Wer ist Koni Bärtschi

    Meistens steht er unscheinbar vor dem Ladenkorpus, sieht sich ausgiebig die zum Kauf angebotenen Produkte an - so wie sich der Kunstkenner im Museum die Bilder und Skulpturen - oder sitzt unauffällig ganz hinten im Café, geniesst einen Eisbecher, freut sich an einem Stück Torte, trinkt eine hausgemachte, heisse Schokolade oder was sich sonst noch gerade so anbietet, liest konzentriert in der Zeitung, beobachtet zwischendurch die Gäste, Kunden, die Mitarbeitenden oder das Geschäftsehepaar - und macht Notizen. Koni Bärtschi vertreibt sich die Zeit in gemütlichen Cafés, Konditoreien, Bäckereien und Confiserien. Das macht er aus beruflichen Gründen, oder besser, aus berufenem Grunde. Der gelernte Bäcker-Konditor-Confiseur hat sein früheres Hobby zum Beruf gemacht. Er schreibt über das, was seine Berufskolleginnen und -kollegen so alles auf die Beine stellen. Koni Bärtschi ist ein Gastrokritiker für seine Branche. Nein, er ist DER Kritiker für seine Branche. Jede Woche erlebt er Interessantes, Aufschlussreiches, Neuartiges und vor allem Komisches. Keine Patisserie, kein Nussgipfel, keine Brotkreation, keine

    Verkaufsszene, kein Stammtischgespräch, keine hübsche Verkäuferin, kein amüsantes Intermezzo, über das sich nicht zu schreiben lohnt. Das ist Koni Bärtschi. Die Kolumne erschien ab August 2008 wöchentlich bis 2015 im Panissimo, der Schweizer Verbandszeitung für Bäckerei, Konditorei und Confiserie


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  • 30/12/2019 - Thomas Brändle 0 Kommentare
    2020

    Liebe Lesende


    Willkommen auf unserer neuen Website! Warum hat unsere Website einen Blog? Nun, als ich vor drei Jahren überraschend das Cafe Brändle (wieder) übernommen habe (nach zwölf Jahren Abwesenheit), war ich mitten in den Vorbereitungen für mein neues Buch. Seither habe ich dafür keine Zeit mehr - zum Bücher schreiben. So werde ich nun regelmässig in diesem Blog publizieren. Worüber ich schreiben werde? Wonach mir gerade ist! Jedenfalls freue ich mich, wenn Sie gelegentlich reinschauen und vielleicht den einen oder anderen Kommentar hinterlassen. Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr nur das Beste; Gesundheit, viel Zeit für Schönes - und immer was zum Lachen.

    www.thomas-braendle.ch 

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  • 03/03/2020 - Thomas Brändle 0 Kommentare
    Frühlingsgefühle

    Die ersten Sonnenstrahlen und milde Temperaturen locken wieder Gäste auf die Gartenterrasse der Café-Bäckerei Hüglin. Auch Koni Bärtschi lässt sich das gerne gefallen und macht es sich an einem der Tischchen gemütlich, bestellt ein Panaché und eine Brezel mit Rohschinken. Mit geschlossenen Augen und hinter dem Kopf verschränkten Armen geniesst er den anbrechenden Frühling, als ihn plötzlich heftiges Gezeter aus dem Halbschlaf holt. Einige Meter vor ihm scheinen sich ein paar ältere Herren in die Wolle zu kriegen. Bärtschi hat zunächst keine Ahnung, um was es geht.

    „Ich war zuerst da!“, brüllt einer der Senioren.

    „Das war schon letztes Jahr mein Stammplatz, du alter Lüstling!“, kontert ein anderer.

    „Selber Lüstling!“, kommt’s wie ein Bumerang zurück.

    „Das ist jedenfalls mein Stuhl für den ganzen Sommer“, stellt ein weiterer Rentner unmissverständlich klar. 

    Bärtschi schaut sich um. Es hat mehr als genügend Sitzplätze. Er versteht das gehässige Geklöne nicht.

    „Meine Herren, was ist denn los? Es hat doch Platz für alle“, versucht Bärtschi schlichtend zu intervenieren.

    „Ja, aber die besten Plätze sind beschränkt“, schmettert ihm einer Herren entgegen.

    „Beste Plätze? Wofür denn?“

    „Die jungen Frauen tragen wieder Miniröcke. Und wenn sie dort drüben beim Busticketautomaten in die Knie müssen, hat man hier die beste Sicht.“


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